4. Arbeitsbesuch in Minsk

Bericht von Therapeuten

Therapeuten aus Kamenz in Minsk

Eine eher ungewöhnliche Dienstreise unternahmen die beiden Ergotherapeuten Julia Latta und Michael Schiewack von der Ergotherapie Schiewack aus Kamenz. Sie reisten vom 23.10. bis 30.10.2011 mit der Physiotherapeutin Ines Hofman aus Zittau nach Weißrussland. In die Hauptstadt Minsk um genau zu sein. Vor gut einem halben Jahr wurden sie von Ralf Becker angesprochen. Dieser ist der derzeitige Vereinschef vom GUMPO e.V.. Gum – po das steht für die russische Abkürzung „Gumanitarnaja Pomosch“, zu Deutsch „Humanitäre Hilfe“. Diese Organisation hat es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht u.a. eine stationäre Behinderten-Einrichtung für geistig und körperlich schwerst mehrfach behinderte Kinder mit Fachpersonal zu unterstützen. Über diesen Verein werden 2 einheimische Therapeuten finanziert, die täglich einige Kinder behandeln können. Darüber hinaus organisiert der Verein einen Therapeutenaustausch, der zu Weiterbildung vor Ort dienen soll. Über verschiedene Empfehlungen landete Ralf Becker in Kamenz. Das Gespräch überzeugte und die Zusage von Seiten der Kamenzer folgte prompt. Die Reise dorthin war spannend und voller Erwartungen. Nur durch Erzählungen konnte man sich eine vage Vorstellung machen. Am ersten Tag in Minsk nach einem offiziellen Besuch bei der Direktion des Heimes, wurden die Bedingungen der sogenannten „liegenden Station“ besichtigt. Vieles hinterließ einen bleibenden Eindruck, den die Therapeuten mit Sicherheit ein Leben lang begleiten werden. Die schwierigste Entscheidung zunächst war wohl die, aus rund 80 Kindern die auszuwählen, die für 5 Tage eine tägliche Behandlung erhalten sollten. Nachdem die räumlichen Bedingungen für die Therapie geklärt waren, machten sich Latta, Schiewack und Hofman an die Arbeit. Mit viel Geduld, ausreichend Zeit und Hingebung näherte man sich den Kindern an, um deren Bedürfnisse zu erfassen und gemeinsam einen Behandlungsplan für diese eine Woche aufzustellen. Begleitet wurden sie von den beiden einheimischen Therapeuten. Diese wurden praktisch angeleitet und es wurden Fragen während der Behandlung gemeinsam besprochen. Neben der praktischen Arbeit standen auch 2 Seminare auf dem Programm. Zum einen gab es eine Schulung für das Personal der Einrichtung, sowie für andere Ergotherapeuten des Landes. Thematisch wurde die Wichtigkeit der angemessenen Positionierung/Lagerung von mehrfach behinderten Kindern besprochen, sowie die Bedeutung des Hand-Mundkontaktes unter der Berücksichtigung des selbstbestimmten Handelns. Darüber hinaus wurde die geschichtliche Veränderung der Therapie in Deutschland dargestellt, die nun vor allem die selbstbestimmte Handlungsfähigkeit der Patienten in den Mittelpunkt der Behandlung stellt. Am nächsten Tag hospitierten die Ergotherapeuten des Landes während der Arbeit der deutschen Kollegen und es fand anschließend ein fachlich interessanter Austausch statt. Alle Beteiligten waren sich einig, dass diese Seminare sinnvoll waren und nicht das letzte Mal stattgefunden haben. Nach einer Woche konnten alle Therapeuten und auch die Direktion bei den behandelten Kindern bemerkenswerte Veränderungen feststellen. Deshalb fiel der Abschied nicht einfach. Eine Wiederholung dieser besonderen Dienstreise ist für die Therapeuten vorstellbar. Auf jeden Fall ist die ausgesprochen praktische und sinnvolle Hilfe von GUMPO e.V. beispielhaft und Wert zu unterstützen.

GUMPO e.V. Konto: 1000069024 BLZ. 8550000 Kreissparkasse Bautzen

Falls Sie eine Spendenquittung wünschen, geben Sie bei der Überweisung bitte ihre vollständige Adresse an!

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